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Nun ist die warme Jahreszeit endlich da und uns Outdoor- und Wanderfreunde treibt es nach draußen. Die Tour ist ausgewählt, das Zelt gereinigt und imprägniert, also schnappen wir uns den nagelneuen Rucksack, stopfen alles rein, was wir brauchen und auf geht’s! Aber Stopp, nicht so schnell. Damit ihr nicht schon nach wenigen Kilometern ächzend und schnaufend über die Last auf eurem Rücken klagt und optimal für eure Tour gerüstet seid, solltet ihr den Rucksack richtig packen. Es gibt einiges zu beachten, wenn ihr eure auch mit viel Gepäck genießen wollt. Es kommt unter anderem auf das Gewicht und die richtige Packtechnik an, denn zu viel oder falsch verteiltes Gewicht schadet eurem Rücken. Und das ist doch genau das, was ihr ganz sicher nicht durch die Bewegung draußen erreichen wollt.

Regel Nummer 1 – Überflüssiges bleibt zu Hause

Die oberste Regel beim Rucksack packen ist ganz simpel. Weniger ist mehr! Überlegt ganz genau, was ihr wirklich braucht. Ihr wisst ja, wo es hingehen soll. Informiert euch über die Wetterlage, geographische Gegebenheiten und denkt genau darüber nach, was ihr alles auf eurer Tour erleben wollt. Liegt auch ein Stadtbesuch an? Wie lange seid ihr weg? Könnt ihr unterwegs waschen? Nehmt nur mit, was ihr normalerweise ein oder zweimal in der Woche braucht. Alles, was ihr seltener anfasst, außer eventuell einem Buch, wird auch auf Tour nie aus dem Rucksack geholt. Apropos Buch: Besorgt euch einen E-Book-Reader, wenn ihr auf eurer Trekkingtour lesen wollt.

Erstens wiegt  der viel weniger als Bücher und zweitens hält der Akku ewig und ihr könnt auch lesen, wenn es dunkel ist, ohne Batterien für die Taschenlampe zu verschwenden, die dann extra nachgekauft oder in mehreren als normal mitgenommen werden muss. Denkt bei der Kleidung daran, diese so auszuwählen, dass alles miteinander kombinierbar ist. So habt ihr Abwechslung und trotzdem nicht zu viel Gepäck. Oder für Frauen ein Extra-Tipp: Einen Sarong kann man als Strandtuch, Rock, Kleid, Schal oder Handtuch verwenden. Packt möglichst Multifunktionsgegenstände, wie ein Schweizer Taschenmesser statt unterschiedlicher Einzelgeräte ein. Und noch ein letzter allgemeiner Tipp sind Microfaserhandtücher. Sie sind viel leichter als normale Handtücher und nehmen weniger Platz weg. Um wirklich alles Wichtige vom Unwichtigen zu trennen und trotzdem nichts zu vergessen, empfehlen wir euch eine Packliste. Wo ihr die findet und wie die aussehen könnte, erfahrt ihr in einem unserer nächsten Beiträge.

Rucksack Reisende

Gewicht und Lastverteilung

Grundsätzlich  gilt, dass ihr nicht mehr als ein Viertel eures eigenen Körpergewichts auf den Rücken schnallen sollt. Optimal sind für den nicht-trainierten Outdoor-Touristen sogar noch weniger. Überlegt, wo ihr euch bewegen werdet und wie lange ihr auf Tour seid. Natürlich braucht man für einen Tagesausflug viel weniger als bei einer Kletter-Hochtour. Ihr solltet hier also auch schon den richtigen Rucksack wählen, der im Volumen zu eurem Vorhaben passt. Bedenkt immer: auch der Rucksack selbst wiegt schon etwas.

  • Ein Tageswanderrucksack mit 15 bis 25 Liter Volumen wiegt gepackt ca. 3-6 Kilo
  • Ein Wochenend-Wanderrucksack mit 20 bis 35 Litern Volumen wiegt gepackt ca. 5 bis 10 Kilo
  • Ein Kletter- oder Hochtourenrucksack mit 30 bis 50 Litern Volumen wiegt gepackt 7 bis 13 Kilo
  • Ein Trekkingrucksack mit 60 bis 80 Litern Volumen wie gepackt 10 bis 18 Kilo

Gewichtsverteilung Rucksack

Generell ist es wichtig, dass ihr schwere Sachen so in dien Rucksack packt, dass sie nah am Rücken liegen: Seid ihr eher auf einer leichten Wandertour unterwegs, dann sollte der Schwerpunkt nahe der Schultern liegen. Bei mehr alpinen Touren macht es Sinn, den Schwerpunkt etwas weiter nach unten zu verlagern, denn ein zu hoher Schwerpunkt kann euch schnell aus dem Gleichgewicht bringen. Das kann beim Klettern wirklich sehr unangenehm enden! Weiterhin ist das gleichmäßige Packen wichtig, so dass nicht eine Seite des Rucksacks schwerer ist als die andere. Das passiert vor allem ganz schnell, wenn man dann am Ende noch die Seitentaschen mit allem, was sonst nicht reinpasste füllt. Womit wir auch schon bei einem letzten allgemeinen Punkt angekommen sind, den ihr vor dem Rucksack Packen beachten solltet. Ihr könnt hoch oder tief stapeln. Soll heißen, wenn ihr mehr auf weitem Gelände unterwegs seid, könnt ihr ruhig ein bisschen in die Breite packen. Bei Klettertouren und unwegsamen engen Wegen, könnt ihr gern hochstapeln.

Das richtige Packen der unterschiedlichen Fächer

Ein guter Rucksack für Outdoor-Touren hat mehrere Segmente, die mit unterschiedlichen Sachen gefüllt werden können. Die Einteilung eines Trekkingrucksackes oder Wanderrucksackes in Bodenfach, Hauptfach, Fanny-Pack und Seitentaschen bietet sogleich eine hervorragende Einteilung für die Platzierung eurer Ausrüstung und Bekleidung.

Bodenfach

Ins Bodenfach packt ihr am besten euren Schlafsack. Auch eine Daunenjacke zum beispiel findet hier den richtigen Platz. Versucht, das Bodenfach so prall wie möglich zu füllen, damit es eine gute Basis für alles, was darüber gepackt wird, darstellt.

Hauptfach

Ins Hauptfach gehört eure Kleidung, das Essen, die Hygieneartikel, Campingkocher und Geschirr usw. Achtet darauf, dass ihr die schweren Sachen in Rückennähe, nah an den Körper packt. Wir haben das in der Gewichtsverteilung ja schon erläutert.

Fanny Pack

Ins Fanny- Pack, das ist der obere Aufsatz eures Rucksacks, gehören Sachen, an die ihr schnell herankommen müsst. Wanderkarten, Messer, Lampe, Sonnenbrille oder Gummibärchen gehören dazu. Geldbeutel und Dokumente besser in die Gürteltasche.

Seitentaschen

Seitentaschen bieten zusätzlichen Stauraum, aber nicht an jedem Rucksack sind sie vorhanden. Praktisch an Seitentaschen ist vor allem auch, dass es abgetrennter zusätzlicher Platz ist, in dem ihr etwas unterbringen könnt. Denn gerade beim Wandern, Campen  und Klettern ist der Spruch: „Ordnung ist das halbe Leben“, noch viel bedeutsamer. Auch in die Seitentaschen können Sachen ihren Platz finden, an die ihr schnell herankommen müsst. Trinkflaschen oder Regenschutz zum Beispiel. Was genau ihr da hineinpackt, ist euch überlassen. Achtet nur darauf, dass die Seitentaschen gleichmäßig beladen werden.

Außen am Rucksack

Alle sperrigen Gegenstände könnt ihr super außen am Rucksack befestigen. Das Zelt zum Beispiel hat seinen idealen Platz unter dem Bodenfach. Wanderstöcke, Campingeschirr und auch Schuhe baumeln oft an der Seite eines Rucksackes. Bitte achtet darauf, dass ihr die Dinge gut befestigt.

Rucksack richtig packen – Tipps

Packbeutel und Kompression

In der Praxis haben sich Packbeutel gut bewährt. Sie garantieren Ordnung und Schutz. Sehr empfehlenswert sind auch spezielle Kompressionsbeutel, aus denen auch das letzte bisschen Luft gepumpt wird und wirklich nur noch der Platz gebraucht wird, den der Stoff einnimmt. Nutzt unterschiedliche Beutelfarben, dann habt ihr schneller den Überblick.

Rollenprinzip und Hohlräume

Ein sehr wirksamer Trick, um Platz im Rucksack zu sparen, ist, die Klamotten einfach zu rollen. Nehmt mehrere Bekleidungsstücke der gleichen Art, wie T-Shirts, und rollt sie dann zusammen. Ihr werdet merken, sie brauchen viel weniger Platz als die gefalteten Sachen. Mit den gerollten Sachen könnt ihr auch gut vorhandene Hohlräume im Rucksack oder Gegenständen ausstopfen. In Trinkbecher und Campingkochgeschirr passen die gerollten Sachen, Socken oder auch Reisbeutel perfekt hinein und nehmen keinen zusätzlichen Platz weg.

Wertsachen und Dokumente

Fliegt ihr zu eurem Trekking-Tour-Ort, dann packt Wertgegenstände wie Laptops, E-Book-Reader, Kamera immer ins Handgepäck. Auf Tour sollten Geldbeutel, Smartphone und Dokumente am besten in einem Bauchgürtel getragen werden.

So vorbereitet kann die Tour doch beginnen! Falls Ihr noch keinen Rucksack habt, dann ist hier unser Ratgeber, worauf Ihr beim Rucksack kaufen achten solltet, zusammengestellt.

Rucksack richtig packen – so gelingt es!
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