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Mit dem Begriff Schneeschuhe meinen wir keine Winterstiefel, sondern eine Schuh-Konstruktion, die unter die Stiefel kommt, die Auflagefläche vergrößert und das Versinken im Schnee verhindert. Das ist äußerst hilfreich und erleichtert nicht nur eine Wandertour im tiefen Schnee, sondern ist teilweise auch überlebensnotwendig.

Nicht bei jeder Wintertour braucht man zwingend Schneeschuhe, sondern eigentlich nur, wenn man die festgetretenen Pfade verlässt und im tiefen unbetretenen Schnee auf Wandertour geht. Das Schöne an Schneeschuhen ist, dass man keinerlei zusätzliches Zubehör braucht. Es sind nicht zwingend spezielle Wander-Stiefel oder Trekkingstöcke notwendig. Doch gerade im weichen Schnee helfen Teleskop-Trekkingstöcke einem, das Gleichgewicht zu halten. Mit ein wenig Übung kann man sich ganz leicht auch in tiefem Schnee zügig voran bewegen. Es ist sogar ein Erlebnis für die ganze Familie – vom Kind bis zu den Großeltern – hier kommt jeder spaßig auf seine Kosten.

Nicht nur Wanderfreunde schwören auf Schneeschuhe, sondern auch Bergsteiger, die an sonst nicht erreichbare Stellen kommen möchten und auch Snowboarder, die die perfekte Piste im Tiefschnee suchen oder einfach und schnell den Berg hochlaufen möchten. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig.

Das Material der Schneeschuhe

Schneeschuhe gibt es in unterschiedlichen Preisklassen in Kunststoff oder aus Aluminium. Für den Experten, der es professionell ultra leicht mag und einen größeren Geldbeutel hat, gibt es Modelle aus Carbon. Wer die Schneeschuhe hobbymäßig nutzt, der kann auf ein günstiges Modell zurückgreifen. Je anspruchsvoller die Strecke ist und je mehr man sich auf die Schneeschuhe verlassen muss, desto wichtiger ist ein besonders stabiler Rahmen.

Alurahmen

Die Schneeschuhe mit Alurahmen sind in der Regel ziemlich einfach konzipiert und erinnern stark an die uralten Holz-Schneeschuhe, mit denen schon Cowboys und Indianer unterwegs waren. Sie haben einen Rahmen aus Aluminium und eine Bespannung aus Kunststoff. Vor langer Zeit war der Rahmen aus Holz und mit Leder bespannt. Durch die Bespannung bekommt man den gewünschten Auftrieb im Schnee. Alu-Schneeschuhe sind Allrounder und ideal für Tiefschneetouren sowie einfache Fortbewegung im Gelände. Sie haben nicht nur viel Auftrieb, sondern sind auch robust und langlebig.

Kunststoff-Schneeschuhe

Wer jetzt denkt, dass der Schneeschuh aus Kunststoff deutlich günstiger ist, der hat weit gefehlt. Auch hier gibt es sehr günstige Anfängermodelle die man eher als Hobby betrachten kann und extrem professionelle Schuhe die von Profis und auch Rettungskräften eingesetzt werden. Hierbei wird ein Spezial-Kunststoff verbaut, welcher enorm kältestabil ist. Früher waren rahmenlose Modelle aus Kunststoff eher die Ausnahme. Heute gibt es eine überwältigende Vielfalt an Auswahl. Die Kunststoff-Schneeschuhe sind in der Regel deutlich kleiner als die mit Rohrrahmen aus Aluminium. Dadurch haben sie nicht ganz so viel Auftrieb, aber eignen sich auch sehr gut für normale verschneite Wanderwege.

Optionales Zubehör und passende Schuhe

Wichtig ist es, wenn man Schneeschuhe kaufen geht, dass diese das passende Zubehör haben. Im Grunde kauft man erstmal nur das nackte Grundmodell. Das kann man sich vorstellen wie beim Autohändler, wenn man mit dem Stangenmodell vom Hof fahren will. Das funktioniert sicher, ist aber nicht sehr komfortabel.

Dieser Zubehör für Schneeschuhe ist üblich:

  • Harschkralle – das Harscheisen gleicht den Vorderzacken einer Steighilfe, dadurch bekommt man auch bei vereistem Schnee exzellenten Halt.
  • Steighilfe – die Steighilfe ist ein Bügel an der Ferse. Dieser stützt die Wade und erleichtert den Aufstieg. Man kann an einem steilen Hang die Steighilfe ausklappen und dadurch waagerecht auf den Schneeschuhen stehen. Das macht sich durchaus bemerkbar (oder auch nicht).

Aber nicht nur das Zubehör ist entscheidend, sondern auch, die passenden Schuhe zu finden. Zwar ist man mit der Schuhgröße enorm flexibel, da man fast alle Schneeschuhe auf jedes Winterstiefelmaß einstellen kann. Aber das Gewicht des Trägers ist ein wichtiger Faktor. Wer schwer oder groß ist, der braucht eine größere Auflagefläche. Aber auch leichte Personen mit viel Gepäck sollten auf eine ausreichend große Auflagefläche für guten Auftrieb achten. Der Unterschied zwischen Schneeschuhen für Männer und Frauen ist eigentlich nicht die Funktion sondern das Design. Bei Frauen werden oft filigranere Größen und Formen gewählt, welche sich aber von der Funktion her nicht von Schneeschuhen für Männer unterscheiden. Natürlich darf auch hier die passende Farbe und das Muster nicht fehlen. Inzwischen liefern alle Hersteller die Schneeschuhe nicht nur in grellen knalligen Farben, sondern auch mit Unmengen an dekorativen Mustern. Aber Vorsicht, große Markennamen und blumige Muster kosten extra.

Schneeschuhe Wandergruppe

Tragekomfort

Doch nicht nur die Größe der Auflagefläche entscheidet darüber, wie man über den Schnee hinweggleitet, auch die Art des Schnees spielt eine wichtige Rolle. Daher sollte man sich nicht zu sehr auf die Gewichtsangaben der Hersteller verlassen, sondern sich lieber ein wenig an Erfahrung zulegen und ggf. lieber ein Modell erstmal testen als es kaufen. Für die meisten Einsätze reicht eine mittlere Größe.

Qualitativ hochwertige Modelle geben einen guten Auftrieb. Doch diese Eigenschaft allein sollte nicht zur Kaufentscheidung führen, viel mehr steht an erster Stelle, wie komfortabel sich die Schneeschuhe tragen lassen. Wer einen guten Schneeschuh trägt, wird merken, wie angenehm der Schuh abrollt und auch die Dämpfung beim Auftreten fällt auf. Dadurch kann man wesentlich längerer Strecken zurücklegen, ohne dass man Schmerzen oder Müdigkeit empfindet.

Bindungen

Auch bei den Bindungen gibt es Unterschiede: Es gibt sie quer und parallel zur Laufrichtung. Den höheren Tragekomfort haben die Modelle, welche eine Querbindung haben, denn diese quetscht das Fußgelenk nicht ein. Gerade bei den Bindungen und anderen Bedienelementen sollte man ausgiebig testen, ob sich diese einfach bedienen lassen. Es gibt nichts Schlimmeres als einen Schneeschuh, der sich am Berg nicht einfach bedienen lässt und am Ende noch klemmt. Man sollte bedenken, beim Test die Schneeschuhe auch mit Handschuhen zu testen, denn am Berg kann es kalt sein und ohne Handschuhe frieren die Hände. Da lässt sich eine klemmende Bindung mit steif gefrorener Hand kaum bedienen.

Bei den Bindungen unterscheidet man zwischen Ratschen- und Riemenbindungen. Die Bindungen mit Riemen sind sehr gut für weiche Schuhe. Sie geben dem Fuß sehr guten Halt ohne zu sehr einzuschränken. Ratschenbindungen sind dafür sehr viel leichter und schneller zu bedienen. Diese Bindung sollte man allerdings nur wählen, wenn man auch einen festen Schuhrücken hat.

Schneeschuhgrößen werden in Zoll gemessen und beziehen sich nicht auf die Schuhgröße, sondern auf die Auflagefläche des Schneeschuhs.

Gesamtgewicht inklusive Ausrüstung

  • bis 70 kg = Größe 22
  • von 70 kg bis 100 kg = Größe 25
  • alles darüber = Größe 30

Wer ein ansonsten gutes Modell hat, welches aber keinen Grip bzw. Halt hat, wird auch keine Freude haben. Richtig gute Schneeschuhe mit Bestnoten gibt es bereits ab 200 Euro. Das sind dann auch Profimodelle mit denen die Bergtour richtig Spaß macht. Den Berg zu queren ist für die meisten Modelle kein Problem, doch der Härtetest ist, wie sich die Schneeschuhe am Hang abwärts verhalten. Hier scheitern leider viele Hersteller auch bekannte Marken.

Schneeschuhe – für Einsteiger und Profis
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