Seite auswählen

Gerade bei ausgiebigen Outdoor-Touren kommt es auf den richtigen Trinkwasserfilter an. Wer lange Trips angeht, braucht eine gute Trinkwasseraufbereitung. Denn Wasser direkt aus der Natur zu trinken, ist in den meisten Fällen durch Schadstoffe wie Schwermetalle und Keime nicht ratsam. Im schlimmsten Fall endet der Trip ansonsten im Krankenhaus.

Gefährliche Stoffe im Trinkwasser

Im Wasser können viele für das Auge nicht sichtbare Gefahren lauern, die es in sich haben:

  • Bakterien
  • Chemikalien
  • Pilze
  • Protozoen
  • Pestizide
  • Schwebstoffe
  • Schwermetalle
  • Viren

Wer schon mal vergiftetes Wasser getrunken hat, der weiß, wie elend es einem gehen kann. Deswegen gilt es auf Nummer Sicher zu gehen. Während einige unserer Eltern noch aufs reine Abkochen geschworen haben, kann man mit Sicherheit sagen, dass das Abkochen von Wasser nicht ausreicht, um alle Gefahren zu beseitigen. Hier braucht man einen zuverlässigen Trinkwasserfilter.

Schwebstoffe

Schwebstoffe bestehen aus organischem Material. Das kann alles mögliche sein, wie Algen, abgestorbene Pflanzenreste, Insekten oder auch Kot. Die meisten dieser Schwebstoffe sind, solange sie nicht in einer kleinen still stehenden Pfütze weilen, in der Regel nicht gefährlich. Dennoch kann es hierbei zu Magenschmerzen oder Durchfall kommen. Schwebstoffe können Wasseraufbereitungsmittel in ihrer Wirkung hindern, wie beispielsweise beim Entkeimen mit Micropur. Gibt es viele Schwebstoffe, wird als erstes vorgefiltert. Dazu braucht man nicht mal irgendeinen teuren Spezialfilter, sondern ein einfaches Tuch oder Hemd erfüllt schon seinen Zweck.

Schwermetalle

Auch in Deutschland gibt es viele Schwermetalle im Wasser. Diese gelangen oft durchs Abwasser von Wohngebieten in den Wasserkreislauf. Dazu zählen:

  • Blei
  • Cadmium
  • Quecksilber

Diese sind auch in kleiner Dosis extrem schädlich für die Gesundheit. Zum Glück gibt es viele Filtersysteme, die solche Metalle herausfiltern können.

Mikrolebewesen

Viele Mikrolebewesen und Organismen können dem Körper starken Schaden zufügen. Die häufigsten Mikroorganismen sind:

  • Bakterien, wie beispielsweise Salmonellen oder E-Coli-Bakterien
  • Protozoen wie Giardia
  • Viren wie Hepatitis A

Die meisten dieser schädlichen Organismen haben eine Größe von über 0,2 Mikron. Daher können kleine tragbare Filter (siehe Foto) wie der Sawyer Mini diese rausfiltern. Der Sawyer Wasserfilter kann Bakterien bis 0,1 Mikron aus dem Wasser filtern und ist der ideal Trinkwasserfilter für Outdoor-Touren. Viren findet man im Wasser in Europa eher selten, da sie eine enorm kurze Lebenszeit haben, wenn sie mit Sauerstoff in Berührung geraten.

Trinkwasserfilter – Arten und Aufbereitung

Nicht immer ist ein Trinkwasserfilter ausreichend, manchmal braucht man zusätzliche Filtermaßnahmen. Damit ihr jetzt nicht jede Menge Fragezeichen auf der Stirn habt, zeigen wir die üblichsten Trinkwasserfilter-Arten und welche Methoden es gibt, um Wasser zu filtern, damit es trinkbar wird. Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen folgenden Möglichkeiten:

Trinkwasserfilter Sawyer

Chemische Wasseraufbereitung – mit chemischen Tabletten kann man Wasser entweder entkeimen oder länger haltbar machen. Die meisten Tabletten enthalten einen der folgenden chemischen Wirkstoffe: Chlor, Iod, Silberionen

Optische Wasseraufbereitung – nicht nur mit Chemie kann man Wasser entkeimen, sondern auch durch UV-Strahlen. Hierbei wird Licht genutzt um die Keimanzahl zu verringern. Normalerweise wird diese Technik bei großen stationären Anlagen eingesetzt, aber mittlerweile gibt es die Technik auch für unterwegs.

Mechanische Wasseraufbereitung – mechanische Trinkwasserfilter sind die gängigste Form, um Wasser unterwegs trinkbar zu machen. Hierbei können verschiedene Techniken eingesetzt werden, wie beispielsweise Keramikfilter oder Aktivkohle-Filter.

Gute chemische Trinkwasserfilter bzw. Aufbereiter sind die Produkte vom Hersteller Katadyn:

  • Wasseraufbereiter Katadyn Micropur
  • Wasserentkeimer Katadyn Micropur
  • Wasserdesinfektion Katadyn Micropur
  • Wassertankpflege Katadyn Micropur

Bewährte Trinkwasserfilter erhält man in jedem guten Outdoorshop, unter anderem von folgenden Herstellern:

  • Care Plus Sawyer
  • Katadyn
  • MSR
  • Steripen

Optische Trinkwasserfilter bieten nur wenige Hersteller an:

  • Steripen

Wasserquelle wählen

Neben den verschiedenen Filtermethoden sollte man auch die richtige Wasserquelle genau inspizieren. Nicht jede Wasserquelle ist gleich ungefährlich. Eine frische Quelle aus dem Berg, an der man direkt frisches Wasser trinken kann, gilt in den meisten Fällen als unbedenklich. Wenn man nicht direkt an die Quelle kommt und das Wasser auf dem Weg durch bewohntes Gebiet führt, an Äckern vorbei, durch Viehzuchtbetrieben oder Wildtiere verunreinigt wird, kann das Wasser bereits kontaminiert sein. In den seltensten Fällen hat man bei einer Trekkingtour oder einer Wanderung direkten Zugang zu einer Quelle, daher zeigen wir jetzt auf, welche Wasserquellen man bevorzugen sollte.

  1. Quelle
  2. fließende Gewässer, die augenscheinlich sauber sind
  3. große Seen, auf denen Seerosen wachsen
  4. Regenwasser

Im Notfall kann man natürlich auch andere Gewässer oder Wasseransammlungen in Betracht ziehen, aber je mehr ein Wasser still steht und auch noch übel riecht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass üble Bakterien enthalten sind.

Regenwasser

Wer Trinkwasser aus Regenwasser sammelt und denkt, jetzt wäre er gerettet, täuscht sich. Regenwasser ist kondensiertes Wasser, welches genau wie destilliertes Wasser dem Körper die Nährstoffe insbesondere die Mineralien entzieht. Entweder man hat ohnehin salzige Nahrung, wie beispielsweise eine kräftige Hühnerbrühe oder ähnliches dabei oder man muss ein Prise Salz hinzugeben. In Notfallsituationen kann man übrigens auch ein Tier schlachten, welches in seinem Fleisch Salze und Mineralien hat. Ansonsten gibt es noch die Möglichkeiten Erde, Sand oder einen Spitzer Meerwasser beizumengen. Dadurch bekommt man einige lebenswichtige Mineralien zurück.

Wenig Nährstoffe

Ein Liter normales Trinkwasser hat ungefähr 0,51 mg Natrium. Ein Liter Regenwasser (auch destilliertes Wasser) entzieht dem Körper 2 mg Natrium. Aber nicht nur die fehlenden Mineralstoffe sind eine unsichtbare Bedrohung, sondern auch Schmutzpartikel aus der Luft. Daher macht auch das Filtern von Regenwasser Sinn. Regenwasser kann man einfach mit leeren Flaschen sammeln. Inzwischen gibt es sogar Sammelsysteme, welche an den Ecken vom Zelt oder Tarp befestigt werden und einem nach einer regnerischen Nacht reichlich Wasser liefern.

Kondenswasser und Salzwasser

Kondenswasser ist genauso wie Regenwasser ohne Nährstoffe. Mit einer Rettungsdecke oder Zeltplane kann man dieses in den Morgenstunden sammeln und dann in die Flasche füllen. Natürlich ist die Ausbeute durch Morgentau vergleichsweise gering, aber in der Not zählt jeder Tropfen. Wer die Nacht am Meer verbringt, hat mit Salzwasser zu kämpfen. Durch Destillation und Kondensation kann man das salzige Wasser trinkbar machen. Zunächst muss man ein Feuer machen und dann das Salzwasser zum Kochen bringen. Am Deckel wird sich Wasser ohne Salz sammeln, welches man nun in ein anderes Gefäß lenken muss. Hierzu eignen sich diverse Gegenstände wie ein Messer oder die Zeltstangen. Auch hierbei ist die Ausbeute mehr als gering.

Wasser abkochen

Wer keinen Trinkwasserfilter im Gepäck hat, der kann erstmal nur auf Abkochen setzen. Dabei kann man einen Großteil an Bakterien abtöten, besonders die Protozoen. Für Bergsteiger ist es wichtig sich klar zu machen, dass in höheren Lagen der Siedepunkt, also der Punkt ab dem das Wasser kocht, deutlich niedriger ist. Daher gilt es hier das Wasser länger zu kochen. Jetzt hat das Wasser aber immer noch die Gefahr von Schwermetallen, dazu kann man Aktivkohle dem Wasser beimengen. Wer diese nicht unterwegs dabei hat, der kann auch normale Kohle aus dem Feuer nehmen.

Wasserfilter outdoor selber bauen

Um einen Wasserfilter für die Outdoor-Tour selber zu bauen, ist gar nicht viel notwendig. Man nimmt einfach eine Trinkflasche, am besten eine Plastikflasche, welche man nicht mehr braucht. In die Trinkflasche kommen Wolle, Kies, Gras, Sand und Holzkohle und man lässt das Wasser durchlaufen. Für die besten Ergebnisse wiederholt man den Prozess mehrfach. Wenn das Wasser trübe unten rauskommt, kann man auch ein Tuch für grobe Verunreinigungen vor die Öffnung halten. Im Anschluss wird das Wasser wieder gekocht.

Trinkwasserfilter Videos und Test

Natürlich dürfen auch Videos des Experten nicht fehlen.

Fazit zu Trinkwasserfilter für Outdoor-Touren

Man erhält bereits für kleines Geld sehr gute Filter, welche in die Hosentasche passen und auch sehr leicht sind. Wer längere Touren macht und hierbei spart, ist selber Schuld.

Trinkwasserfilter Outdoor – unterwegs Wasser filtern
5 (100%) 2 votes