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Wer sich ein Zelt kaufen möchte, der steht vor einer riesigen Auswahl und hat es dabei nicht leicht. Ein Zelt kostet nicht nur einiges, sondern soll auch einiges können.

Das perfekte Zelt finden

Zunächst solltest Du dich fragen, was Du mit dem Zelt vorhast. Fährst Du mit dem Zelt zum Camping und brauchst ein gemütliches Familienzelt oder gehst Du auf eine Trekkingtour und es muss ultra leicht sein? Wie groß ist das Budget, dass Du zur Verfügung hast?

Größe und Personenzahl

Die erste Überlegung ist natürlich die Personenzahl. Geht es alleine auf Reisen oder sollen im Zelt mehrere Personen schlafen? Neben den Personen darf man nicht vergessen, dass man in der Regel einiges an Gepäck mit sich führt und im besten Fall auch noch kochen möchte.

Zeltformen

Die Qual der Wahl beginnt bei den Zeltformen. Hier gilt es genau hinzugucken, denn jede Form bringt unterschiedliche Eigenschaften mit sich. Folgende Formen gibt es:

  • Kuppelzelte (Igluzelte)
  • Tunnelzelte
  • Geodät (streng genommen eine Form des Kuppelzeltes)
  • Tipizelte
  • Firstzelte
  • Biwakzelte
  • Einbogenzelte
  • Prahmenzelte
  • Aufblaszelt

Kuppelzelt

Kuppelzelte sind die wohl beliebteste Form der Zelte. Sie kommen bei Trekkingtouren, Bergwanderungen, aber auch auf dem Campingplatz zum Einsatz. Das schöne am Kuppelzelt ist, dass es durch die Form extrem resistent gegen Wind ist und nur wenige Heringe zur Verankerung braucht. Die Form und der Aufbau machen es sehr stabil. Ein Kuppelzelt wird auch Igluzelt genannt und es gibt dieses auch in extrem leichter Ausführung.

Kuppelzelt

Die Grundform des Bodens ist rechteckig. Die Iglu- oder Kuppelform wird durch zwei Gestänge erzielt, welche sich in der Mitte kreuzen. Das hat den Vorteil, dass es auch ohne Abspannseile steht und theoretisch bei Windstille nicht verankert werden müsste. Ein weiteres Highlight: Man kann es nach dem Aufbau an einen beliebigen Ort stellen. Du hast beim Aufbauen einen Stein oder einen Tannenzapfen übersehen? Kein Problem – einfach anheben und umstellen. Der Form geschuldet hat das Iglu in der Mitte seinen höchsten Punkt und wenn man in die Randbereiche geht, dann ist die Deckenhöhe begrenzt. Dennoch hat diese Zeltform ein angenehmes Nutzungsverhältnis von Innenraum bei relativ kleiner Grundfläche.

Kuppelzelte gibt es als Längs- und Querlieger. Hierauf sollte man beim Zeltkauf achten. Viele Igluzelte sind zweiteilig, so dass es eine Innenhülle gibt, die meistens ein Moskitonetz ist und eine darüber liegende Hülle, die dem Wind- und Regenschutz dient. Bei einer lauen Sommernacht kann man die äußere Hülle weglassen und in den Sternenhimmel gucken. Du kannst es natürlich auch als Ersatz- und Aufenthaltszelt nutzen und bis spät in die Nacht Karten spielen, ohne dass die Mücken dich ärgern 🙂 Den Zeltklassiker gibt es für diverse Personenzahlen – der Platz ist also kein Problem.

Tunnelzelt

Das Tunnelzelt ist der Platzspender. Es gibt wohl keine Zeltform, bei der man mit geringem Gewicht so viel Platz für sich hat. Da die Zeltwände sehr steil ausgerichtet sind, hat man auch im Randbereich sehr viel Raum. Der Aufbau ist nicht sonderlich kompliziert, aber doch anspruchsvoller als beim Kuppelzelt. Bei korrekter Befestigung mit Schnüren und Heringen kann man in diesem Zelt auch einen schwereren Sturm überstehen. Das macht die Zeltform ideal für den Einsatz bei Trekkingtouren, aber sie ist nicht so wie das Kuppelzelt geschnitten, sprich sie bietet dem Wind mehr Fläche.

Tunnelzelt

Die Grundform ist, wie beim Kuppelzelt, wieder rechteckig, das Aussehen ähnelt einem einem halbierten Zylinder. Der große Unterschied besteht darin, dass die Stangen sich nicht in der Mitte kreuzen, sondern parallel in Bogenform zueinander laufen. Großer Nachteil im Vergleich ist die Statik. Das Zelt steht leider nicht von alleine, sondern muss zwingend abgespannt werden. Das kann in einer Winterlandschaft schnell mal ärgerlich werden. Die meisten Tunnelzelte haben freizügige Vorräume, welche auch als Apsiden bezeichnet werden. Hier kann man nicht nur gemütlich die Schuhe bei Regenwetter ausziehen, ohne sich eingeengt zu fühlen, sondern auch Rucksäcke, Taschen, Getränke und andere Ausrüstung lagern. Oder der Hund kann hier seinen Schlafplatz finden.

Geodät-Zelt

Das Geodät ist eine Spezialform der Kuppelzelte. Der Unterschied ist, dass hier mehrere Gestänge verwendet werden. Es ist wesentlich stabiler, da mehrere Gestänge durch die Lastenverteilung auch mehr Last und Druck durch Schnee, Regen und Wind aushalten. Ein Geodät-Zelt ist die perfekte Wahl für eine längere Expedition. Es trotzt den umfangreichen Anforderungen und extremen Bedingungen einer solchen Reise. Wie beim Kuppelzelt ist die Platzausbeute auch sehr gering.

Wenn Du mit viel Gepäck unterwegs bist, solltest Du auf eine große Apsis achten, damit vor dem Zelt genügend Stauraum bereit gehalten wird. Wichtig zu wissen: Der Aufbau ist deutlich schwieriger als beim Kuppel- und Tunnelzelt. Die vielen Ösen und Stangen erfordern ein wenig Übung. Unser Tipp: Das vorherige Üben im Garten bewahrt einen vor bösen Überraschungen. Der Nachteil dieser Zeltform ist das sehr hohe Gewicht. Wenn man die Ausrüstung selber schleppen muss, dann ist es ratsam eine andere Form zu wählen.

Tipi-Zelt

Tipi-Zelte sehen nicht nur gut aus, sondern bieten auch viel Platz. Man muss kein Indianer sein, um die Form des Tipis zu bevorzugen. Leider haben Tipi-Zelte einen stolzen Preis und in der Regel auch ein unglaublich hohes Gewicht. Seit nicht allzu langer Zeit gibt es hier eine Alternative des Herstellers Tent-Tipi. Dieser stellt extra leichte Tipi-Zelte wie das Tipi Safir her.

Tipi

Die durchdachte Form macht Schneelasten zum kleinsten Problem der Reise. Aber nicht nur das ist ein guter Grund auf einer Wintertour das Tipi zu wählen. Die Höhe in der Mitte des Zeltes ist so groß, dass ein geeigneter Ofen reinpasst. Einige Tipis haben sogar einen Ofen im Lieferumfang. Zusammenfassend kann man sagen: Meist schwer, sehr teuer, aber sehr viel Platz für viele Personen.

Firstzelt

So wie das Tipi ein Indianerklassiker ist, ist das Firstzelt der Pfadfinderklassiker. Aber man muss kein Mitglied des Fähnlein Fieselschweif sein, um dieses Zelt zu nutzen. Firstzelte gibt es in zwei unterschiedlichen Ausführungen. Beide haben zwei senkrechte Stangen, welche das Zelt aufrichten. Nun gibt es noch eine Variante, die eine horizontale Firststange bietet, das erhöht die Stabilität der Konstruktion. Für eine stabile Konstruktion ist es aber unerlässlich, das Zelt durch das Nutzen von Schnüren und Ankern bzw. Heringen zu stützen.

Firstzelt

Im Grunde kann man auch zwei Holzstämme oder Äste in den Boden rammen und eine Tarpplane darüber spannen. Zugegeben, diese Lösung ist sehr rustikal, aber erfüllt den gleichen Zweck und ist deutlich leichter im Transport. Neben dem Cowboy- oder Pfadfinder-Feeling hat diese Zeltform aber auch deutliche Nachteile. Das Gewicht ist hoch, der Innenraum sehr klein und beim Einsteigen in das Schlafparadies kollidiert man nicht selten mit der senkrechten Stange am Eingang. Man muss schon ein leichter Nostalgiker sein, um dieses Zelt zu wählen und zu lieben.

Biwakzelt

Wer nicht unter Platzangst leidet und ultraleicht unterwegs sein möchte, für den ist das Biwakzelt eine tolle Lösung. Hier hat man wirklich nur das Nötigste und kommt trotzdem warm, trocken und sicher ans Ziel. Das Biwakzelt ist eine Art Mini-Zelt. Es ist kaum größer als die Person selbst, die darin schläft. Ein echtes Zelt für Abenteurer und Trekkingexperten. Wer sich überwinden kann in den langen Schlauch zu kriechen und kaum Bewegungsfreiheit zu haben, der wird vom Biwakzelt begeistert sein.

Der Unterschied zum Biwaksack ist der, dass es zusätzlich ein Gestänge gibt, dass den Sack über einem hält und das Gesicht so freilegt, dass man die Nacht entspannt verbringen kann. Der große Vorteil ist natürlich das extrem geringe Gewicht, das ausgesprochen kleine Packmaß und das unauffällige Schlafen. Hiermit muss man nicht lange nach einem geeigneten Platz zum Campieren suchen, denn so viel (wenig) Platz findet man fast überall. Durch den kleinen und engen Innenraum erwärmt sich das Zelt unglaublich schnell und gibt einem auch bei Eiseskälte den nötigen Schutz.

Einbogenzelt

Auch wenn das Einbogenzelt auf den ersten Blick aussieht, wie ein Firstzelt mit Biegung, handelt es sich hierbei um eine Spezialform der Tunnelzelte. Im Gegensatz zum gewöhnlichen Tunnelzelt hat dieses nur einen Bogen (ein Gestänge), welcher in der Mitte bis zum Ende gebogen verläuft. Wer viel Platzbedarf hat, kommt bei dieser Variante zu kurz. Einbogenzelte sind gewöhnlich für ein bis zwei Personen konzipiert und haben vom Raumvolumen noch weniger Platz als ein Kuppel- oder Tunnelzelt. Trotz alledem ist diese Zeltform sehr beliebt, denn Sie ist sehr leicht. Das kommt daher, dass nur ein Gestänge benötigt wird.

Zum Einsatz kommt das Zelt bei Trekkingtouren und im Ultraleicht-Bereich. Der Nachteil im Vergleich mit dem Kuppelzelt ist, dass man es auch abspannen muss, da es nicht von alleine steht. Schön großzügig ist meistens die Apsis gehalten, hier wird viel Platz geboten. Als Fazit kann man sagen, dass hier die Funktionalität im Vordergrund steht und nicht der Komfort.

Prahmenzelt

Das Prahmenzelt wird auch unter dem Begriff Biwy verkauft. Es wird vorwiegend von Anglern genutzt. Die markante halbrunde, teilweise eckig anmutende Form mit drei Gestänge ist in der Regel sehr klein gehalten. Diese Zeltform ist sehr robust und strapazierfähig. Obwohl man von der kleinen Größe auf ein leichtes Gewicht schließen könnte, ist dies ein Trugschluss. Das Zelt ist unglaublich schwer, was am sehr schweren Gestänge und dem dicken robusten Stoff liegt. Für Trekking und Wandertouren kann man von dieser Form nur abraten. Der Aufbau ist sehr schnell erledigt, was aber auch der einzige Vorteil zu sein scheint.

Aufblasbares Zelt

Das aufblasbare Zelt lässt sich neben dem Wurfzelt wohl am leichtesten aufbauen, sofern man eine Pumpe hat. Ansonsten heißt es tief durchatmen. Es hält äußeren Einflüssen wie Wind und Wetter sehr gut stand und kann auch auf fast allen Untergründen verwendet werden. Die Vorgehensweise ist denkbar einfach: Ausfalten und aufpumpen. Ein gutes aufblasbares Zelt hat mehrere Kammern, so dass im Falle eines Risses oder Loches der Urlaub nicht beendet werden muss. Hierdurch findet man auch schnell die betroffene Stelle, wenn es einen Schaden gibt.

Zelttypen

Die Zelttypen haben keine bestimmte Form, hier geht es eigentlich vordergründig um die Verwendung und den Einsatzort. So kann ein Wanderzelt gleichzeitig ein Trekkingzelt sein oder ein Campingzelt mit ausreichend Platz zum Familienzelt werden. Für die einzelnen Tätigkeiten sollte man die passende Form wählen. Alles, was zu Fuß erledigt wird, sollte auch mit einem ertragbarem, am besten ultraleichten Gewicht, erledigt werden. Natürlich steigt mit der Anzahl der Personen auch das Gewicht.

  • Familienzelte , Gruppenzelte (Großraum- und Mehrpersonenzelte)
  • Wurfzelte
  • Expeditionszelte
  • Wanderzelte
  • Hauszelte
  • Trekkingzelte
  • Ultraleicht-Zelte
  • Campingzelte

Zeltkonstruktion

Das wohl wichtigste Kriterium, damit Du dich in deiner neuen „Behausung“ wohl fühlst, ist der Aufbau und die Ausstattung des Zeltes. Hierbei gibt es folgende Bestandteile:

  • Außenkonstruktion
  • Innenzelt
  • Vorraum
  • Eingang / Eingänge
  • Lüftung
  • Abspannung
  • Boden
  • Gestänge
  • Liegerichtung
  • Ausstattung und Extras

Außenkonstruktion

Die äußere Zeltschicht besteht in der Regel aus wasserdichtem oder mindestens wasserabweisendem Material. Sollte es mal nicht mehr wasserdicht sein, kann man das Zelt imprägnieren. Beim Material handelt es sich in den meisten Fällen um Nylon oder Polyester, welches zur Resistenz gegen Wasser silikonbeschichtet wird.

Innenzelt

Das Innenzelt kann nur ein Moskitonetz oder ein atmungsaktiver Stoff sein, der weder wasserabweisend noch wasserdicht ist. Jetzt wird sich der ein oder andere wahrscheinlich fragen, warum man quasi zwei Zelte braucht, um ein Zelt zu haben?! 🙂

Das ist ganz einfach: Durch die Imprägnierung, also dadurch, dass das Außenzelt wasserdicht gemacht wurde, kann es nicht mehr atmen. Sprich die Luft kommt weder rein, noch geht sie raus. Wenn man nur die wasserdichte Zeltplane verwenden würde, hätte man zwar Schutz von außen, aber das Schwitzwasser des Innenraumes (wir schwitzen, atmen und kochen evtl.) würde sich daran sammeln und den kompletten Innenraum durchnässen. Außerdem würden wir schwierig Luft bekommen. Sofern das Innenzelt nicht nur aus einem Moskitonetz besteht, sondern zusätzlich aus Stoff – auch hier kommen Nylon und Polyester zum Einsatz – sollte sich dieses ohne Lücke verbinden lassen. Entweder verschließt man es durch einen Klettverschluss oder Reißverschlüsse. Ansonsten bekommt man ein Problem mit Ungeziefer wie Käfern, Zecken und Moskitos.

Vorraum

Der Vorraum variiert je nach Zelt, manche haben sogar überhaupt keinen. Wenn man Sachen verstauen muss oder hier kochen möchte, sollte man bei der Wahl des richtigen Zeltes auf einen ausreichend großen Vorbau achten. Diese Suche kann man auch in Abhängigkeit zur Zeltform stellen. Wenn Du den Vorraum als Küche verwendest, dann halte aus Sicherheitsgründen mindestens 50 cm Abstand zum Gaskocher. Achte auch auf einen Vorraum, der hoch genug ist, damit man sich dort aufhalten kann.

Eingang

Es gibt unterschiedliche Zeltmodelle, die einen oder mehrere Eingänge haben. Ein zweiter Eingang kann große Vorteile mit sich bringen, denn wenn es stürmisch ist, dann verschließt man einen und hat einen prima Windschutz beispielsweise für das Kochen. Wenn es heiß wird, dann öffnet man einfach beide Eingänge und kann bestens durchlüften.

Lüftung

Zur Lüftung im Zelt dienen in der Regel nicht nur die Eingänge, sondern auch gegenüberliegende Moskitonetze, welche sich bei Kälte auch mit einem Klett oder Reißverschluss komplett schließen lassen. Der Vorraum ist in der Regel ohnehin gut durchlüftet, hierbei geht es eher um den Innenraum. Damit man nachts nicht aus dem Zelt aussteigen muss, sollten sich die Lüfter auf jeden Fall von innen öffnen und schließen lassen.

Abspannung

Wer auch bei windigem Wetter unterwegs ist, muss beim Zeltkauf auf eine gute Befestigung der Sturmleinen achten. Diese sollten nicht nur den allgemeinen Stand des Zeltes unterstützen, sondern auch variabel auf Einflüsse des Wetters anpassbar sein. So benötigt man bei starken Sturm eine Fixierung an mehr Punkten, als bei einer kleinen Sommerbrise. Sprich: Interessant ist, welche Abspannpunkte es hierfür gibt.

Boden

Der Zeltboden sorgt in Verbindung mit der Isomatte dafür, dass Du die Nacht über nicht frierst und trocken überstehst. Er muss auch mal einem kleinen Stein oder Tannenzapfen standhalten und darf daher auch ruhig entsprechend dick und robust sein. Es gibt Zelte, bei denen der integrierte Boden das bereits mit sich bringt und andere Zelte, bei denen man eine zusätzliche (in der Regel mitgelieferte Plane) unterlegen muss. Häufig handelt es sich hierbei um eine dünne Folie. Das schützt aber nicht davor, den Boden vorher trotzdem zu säubern und nach genannten Störenfrieden Ausschau zu halten. Ein weiteres wichtiges Detail ist die Höhe der Bodenseiten. Diese sollten 8-12 cm hoch sein, damit bei einem starken Regenfall das Wasser den Innenraum nicht überflutet.

Gestänge

Das Gestänge ist nicht nur ein Qualitätsfaktor, sondern macht auch einen enormen Unterschied beim Gewicht. Ein gutes und solides Gestänge ist aus Aluminium hergestellt. Damit man nicht lange sortieren muss, sind die Einzelteile mit einem Gummizug verbunden. Leichter als mit Aluminium geht es nur mit Carbon, Glasfiber – Das hat aber auch seinen Preis. Beim Zusammenbau des Gestänge darf man nicht die Teile ineinander schnappen lassen, da hier ansonsten Bruchgefahr besteht. Übrigens sollte das Gestänge doch mal kaputt gehen, dann muss man es nicht unbedingt teuer beim Hersteller nachordern, sondern kann auch alternativ ein Produkt ohne Markennamen mit den richtigen Maßen bestellen. Je dicker das Gestänge, desto stabiler ist es. Aber es bringt auch wieder Zusatzlast mit sich. Hier gibt es noch diverse Beschichtungen, die das Gestänge resistenter und langlebiger machen.

Liegerichtung

Wenn man quer zum Eingang liegt wird das Zelt als Querlieger bezeichnet, wenn man längs liegt, ist es ein Längslieger-Zelt. Längslieger haben meistens ein leichteres Gewicht, während die Querlieger bequemer sind.

Ausstattung und Extras

Neben den vielen konstruktionsbedingten Bestandteilen des Zeltes kommen wir nun zu den Feinheiten. Welche und wie viele Taschen braucht man im Innenraum? Benötigst Du eventuell Schlaufen zum Aufhängen einer Taschenlampe im Innenbereich oder Fenster zur Außensicht? Solche Kleinigkeiten sind zwar nicht der entscheidende Kauffaktor, aber können den Komfort deutlich steigern.

Material

Hier muss man sich nicht nur den Stoff des Zeltes angucken, sondern auch die Beschichtung. Auch, wenn man als Laie nicht auf den ersten Blick die Qualitätsunterschiede von Stoffen und Beschichtungen urteilen kann, so hat man doch einen guten Vergleich der Wassersäule.

Stoff und Verarbeitung

Nylon und Polyester sind nicht gleich Nylon und Polyester. Hier gibt es enorme Unterschiede, welche sich nicht nur in der Qualität und Haltbarkeit äußern, sondern auch im Gewicht. Ein guter Stoff kann deutlich dünner und leichter sein als ein Standardmodell und trotzdem länger halten. Dabei geht es um die Anzahl und Ausrichtung der Fäden. Hierzu werden wir in einem gesondertem Blogbeitrag eingehen. Ein weiterer Faktor für die Qualität ist die Beschichtung. Diese kann unterschiedlich gut durchgeführt sein, bzw. auch nicht immer stark genug.

Qualitätsmerkmale

Gucke dir am besten auch die Verarbeitung ganz genau an. Hierbei wirst Du feststellen, wie sorgfältig der Hersteller arbeitet. Wie sind beispielsweise die Nähte verarbeitet? Macht die Verarbeitung einen stabilen Eindruck? Mit der Angabe der Wassersäule hat man einen vergleichbaren Wert, den man als ersten Blick zur Bestimmung der Beschichtung des Stoffes heranziehen kann. Dieser ist nicht alles sagend, aber ein erster Eindruck. Ab 1500 mm Wassersäule ist ein Stoff als wasserdicht einzustufen.

Ripstop Nylon

Ein hochwertiges Zelt verwendet Ripstop, was umgangssprachlich auch als „Fallschirmseide“ bekannt ist. Hier wurde bei der Produktion Polyamid oder Polyester verwendet. Polyamid ist reißfest und robust, aber dehnt sich bei Feuchtigkeit aus und ist besonders anfällig für UV-Strahlung, sprich es altert sehr schnell. Die Verwendung von Ripstop wirken diesen Eigenschaften entgegen. Hierdurch dehnt sich das Material bei Nässe nicht so stark. Die Silikonbeschichtung erhöht die Beständigkeit gegen UV-Strahlung.

Polyester

Polyester hingegen hat die genannten Nachteile nicht, ist aber eine Nervensäge im Geräuschpegel: Es flattert und knistert. Wer einmal eine stürmische Nacht ohne Ohrenstöpsel in so einem Zelt verbracht hat, der möchte es wahrscheinlich doch eintauschen. 😉

Baumwolle

Als letztes Material ist noch Baumwolle zu nennen. Baumwolle kommt bei Tipis, Großraumzelten oder teilweise auch Firstzelten zum Einsatz. Das Material ist sehr schwer, aber ökologisch natürlich unbedenklicher. Außerdem ist Baumwolle extrem stabil und langlebig.

Umgebung und Wetter

Die Umgebung ist auch ein entscheidender Faktor. Wie ist das Wetter vor Ort? Reist man in ein Extremgebiet? Sicher kann man als normaler Camper ein Standardzelt kaufen, dass allen Jahreszeiten halbwegs gerecht wird, aber wenn man unterschiedliche Regionen bereist, die sich stark voneinander unterschieden, so sollte man vorher einiges bedenken.

Zelt Gebirge Schnee

Zelte für warme Zonen

Wenn die Reise in ein extrem warmes Land geht, muss man ein passendes Zelt wählen. Im Vordergrund steht hierbei eine gute Belüftung. Wobei gesagt sei, dass es in der Wüste auch heiß ist und nachts eisig kalt. Folgende Kriterien sollte man beachten:

  • gute Belüftung
  • Außenzelt vom Innenzelt trennen
  • am besten weißes Zelt, damit die Sonne reflektiert wird
  • weitmaschiges Moskitonetz

Zelte für windige und kalte oder Schlechtwetter-Regionen

In einer kalten Region oder bei viel schlechtem Wetter verbringt man vermutlich viel Zeit im Zelt, daher sollte man auch genügend Platz haben. Aber auch sonst sollte das Zelt den Bedürfnissen angepasst sein.

  • Material muss bei Kälte resistent sein
  • Beschichtung sollte stark genug sein
  • auf großen Vorraum als Stauraum für Ausrüstung achten
  • Bedienung sollte auch mit Handschuhen möglich sein
  • geräumiges Innenzelt
  • hoher Boden gegen Nässe
  • Polyamid oder Nylon für schnelles Trocknen
  • schnittige Form, um dem Wind möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten
  • Abspannung muss Sturm trotzen
  • 2 Eingänge für Windschutz

Zubehör

Auch beim Zubehör gibt es diverse Unterschiede. Das Gestänge haben wir uns bereits genauer angesehen. Aber auch kleine Utensilien wie Heringe bieten reichlich Potenzial, Gewicht zu sparen. So kann man entweder schwere verzinkte Stahlheringe verwenden oder ultraleichte Alu- bzw. Titanheringe. Genauso ist es auch bei den Abspannseilen: Normale Schnüre wiegen ein Vielfaches von modernen Materialien. Dies muss das Zelt aber natürlich nicht gleich mitbringen. Du kannst dir das passende Zubehör nach und nach zulegen und so dein Zelt perfekt machen.

Welches Zelt kaufen – Was ist wichtig?
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