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Wer viel in der Natur unterwegs ist, auch mal klettert oder ausgedehnte Wandertouren macht, ist mit einer Jeans ganz sicher nicht besonders gut bekleidet. Für den echten Outdoor-Fan muss es dann schon eine gute Wanderhose als Beinkleid sein. Doch wie finde ich die perfekte Wanderhose für die Touren an der frischen Luft? Diesem Thema wollen wir uns heute etwas näher widmen und schauen uns die Materialien und Details ein bisschen genauer an, damit ihr beim kauf eurer nächsten Outdoor-Hose etwas mehr Durchblick habt und genau die richtige Hose für eure Bedürfnisse auswählen könnt.

Unterschiedliche Materialien der Wanderhose

Auch bei der Wahl der richtigen Wanderhose kommt es, wie bei der Oiutdoorjacke, zuallererst einmal darauf an, für welchen Zweck ihr sie genau braucht. Seid ihr im hochalpinen Gelände unterwegs, werdet ihr eine ganz andere Hose brauchen, als wenn ihr nur in den deutschen Mittelgebirgen auf leichte Wandertouren geht. Ebenso ist wichtig, zu welcher Jahreszeit ihr unterwegs sein werdet. Die Antworten auf diese Fragen geben schnell Aufschluss über das Material und die Funktionalitäten, die eure Wanderhose mit sich bringen sollte. Bis in die 1980er Jahre hinein gab es für das Wandern sogenannte Kniebundhosen. Die Vorteile moderner Wanderhosen im Gegensatz zu ihren Vorgängern liegen auf der Hand. Durch den Einsatz moderner Funktionsmaterialien bieten sie einen deutlich besseren Wind- und Wetterschutz. Wir stellen euch die drei häufigsten Materialien und ihre Einsatzgebiete vor.

Regenhosen

Regenhosen sind leicht im Rucksack zu verstauen. Sie sind leicht und sehr kompakt. Wir empfehlen eine Regenhose zu kaufen, die an den Seiten mit Reißverschlüssen ausgestattet ist. Wenn uns beim Wandern ein Regenschauer überrascht, dann können wir sie so schnell auch mit Schuhen anziehen. Achtet aber darauf, dass die Zipper gut abgedichtet und abgedeckt sind, sonst kommt der Regen schnell durch.

Hardshell Wanderhosen

Hardshellhosen sind nicht einfach nur Regenhosen. Wie auch Outdoorjacken aus Hardshell sind sie sehr robust und schützen dauerhaft vor Regen und Wind. Oft sind Hardschellhosen innen mit einem Futter aus Fleece oder Mesh oder mit einer Laminatlage versehen. Wenn ihr dauerhaft durch sehr raues Klima und Gebiet wandert, dann solltet ihr solch eine Überziehhose auf jeden Fall dabei haben. Am gängigsten für normale Wanderungen sind die 2,5-lagigen Hardshellhosen. Sie sind meist außen mit einer Membran laminiert, die für Wetterschutz und Atmungsaktivität sorgt. Man trägt diese Wanderhosen gewöhnlich über der eigentlichen Wanderhose, die oft aus Softshell-Material sind.

Für harte Touren, beim Bergsteigen, Eisklettern oder richtig alpinen Hochtouren empfehlen wir eher den Griff zu einer dreilagigen Hardshell-Hose. Ihr werdet diese die ganze Tour über tragen, daher kombiniert diese robuste Hose am besten über einer langen Unterhose, die euch vor der Kälte schützt. Seid ihr richtig lange in dauerhaft kaltem Gebiet unterwegs, lohnt sich auch eine gefütterte Hardshellhose.

Trekkinghose im Winter

Softshell Wanderhosen

Das noch relativ junge, elastische Synthetikmaterial ist bei Outdoor-Fans wahrlich beliebt. Das liegt daran, dass die Wanderbekleidung aus Softshell sehr flexibel ist, aber durch die Beschichtung, meist mittels einer Membran, Wind und Wetter abhält. Ganz wasserdicht sind die Softshellhosen nicht, aber ein paar Regentropfen halten sie schon ab. Für den richtigen Regenguss habt ihr ja eure leichte Regenhose immer dabei und könnt euch so vor längeren Schauern schützen und trocken bleiben. Es wandert und klettert sich mit einer Softshellhose aber unglaublich bequem, denn sie raschelt nicht wie die Regen- oder die Hardshellhosen und macht einfach jede Bewegung gut mit.

Softshellhosen gibt es in ganz unterschiedlichen Ausführungen und Qualitäten. Welche ihr auswählt, hängt wieder ganz von der Art eurer Tour und der Jahreszeit ab. Generell gilt: Umso dicker, rauer und weniger elastisch das Gewebe ist, desto robuster wird die Trekkinghose. Greift also zu einer dünnen, sehr elastischen Softshellhose, wenn ihr im Sommer auf Wanderungen und leichte Klettertouren geht. Sie sind sehr ergonomisch geschnitten und liegen gut am Bein an. Solch dünne, leichte Hosen eignen sich übrigens auch hervorragend für Radtouren. Je robuster und dicker das Material wird, desto mehr eignet es sich für alpines Klettern oder Bergsteigen.

Trekkinghosen aus Baumwoll-Polyester-Mischungen

Hosen aus speziellen Mischgeweben, wie einem Baumwoll-Polyestergemisch, sind wunderbar für die ausgedehnte Wanderung vor allem im Wald und auf Wiesen und Feldern. Sie sind nämlich mückenstichfest und das ist im Sommer wirklich viel wert! Auch den Wind halten die Hosen aus den Gewebemischungen sehr gut ab. Allerdings sind sie im Gegensatz zu modernen Softshellhosen nicht wasserdicht. Einige Modelle sind allerdings gewachst und bieten so einen ganz guten Schutz vor der Nässe. Durch eine gute Imprägnierung könnt ihr sie aber auch ziemlich wasserdicht machen. Mittel für die Imprägnierung habt ihr ganz sicher noch vom Zelt, dem Rucksack oder der Ouitdoorjacke parat. Wie man am besten imprägniert, haben wir euch am Beispiel des Zeltes schon einmal erklärt. Lest es gern noch einmal nach! Was die leichten Trekkinghosen besonders attraktiv für die Sommermonate macht, ist, dass sie unglaublich schnell trocknen. Der kurze Regenschauer oder das unfreiwillige Bad im Waldbach sind so gar kein Ärgernis mehr.

Enorm praktisch: Zip-Off-Hosen

Ok, im Winter ist so eine Zip-Off-Hose vielleicht wirklich überflüssig, aber in warmen Regionen und im Hochsommer sind die recht weit geschnittenen Wanderhosen wunderbar praktisch. Wird es zu warm und ihr braucht gerade wirklich keinen Schutz an den Unterschenkeln, trennt ihr die Hosenbeine einfach oberhalb des Knies ab. Fertig ist die kurze Hose! Manche Trekkingfans verteufeln die Zip-Off-Hosen, weil sie die Optik stören oder sie der umlaufende Reißverschluss am Bein stört. Das muss man einfach selbst ausprobieren.

Tipps zum Kauf einer Wanderhose

Grundsätzlich solltet ihr also auf das material und die Beschaffenheit eurer Wanderhose achten und sie gemäß eurer Vorhaben in der freien Natur auswählen. Aber es gibt noch ein paar weitere Details, die es wert sind, sich kurz anzuschauen.

Eine Wanderhose sollte einen weichen, elastischen Bund mit integriertem Gürtel oder Gürtelschlaufen haben. Die Hose muss sitzen und am besten auch oben halten, auch wenn es bergauf- und bergab geht oder nach ein paar Tagen intensiven Trekkings der Bauch etwas schrumpft. Praktisch sind auch Befestigungsschlaufen für Hosenträger.

Verstärkte Beinabschlüsse können vor allem beim Klettern und Eisklettern sehr sinnvoll sein, um euch gegen die Zacken eines Steigeisens zu schützen.

Weitenverstellbare Beinabschlüsse schützen vor dem Eindringen von Schnee, Regen und Matsch. Auch kleine Steinchen werden dadurch keinen Weg in euren Wanderschuh finden.

Elastische Verstärkungen am Knie und Gesäß erweisen sich als besonders praktisch, wenn ihr oft klettert und dadurch immer mal wieder direkten Kontakt mit den Felsen habt.

Mit Boot Loc Haken könnt ihr die Hose an den Schuhen festmachen. So rutscht garantiert nichts nach oben.

Atmunsgaktive Einsätze und Ventilationsöffnungen sichern eine gute Luftzirkulation. Gerade, wenn es sehr anstrengend wird und ihr viel schwitzt, werdet ihr die kleinen Schlitze und Öffnungen sehr schätzen.

Bei den Taschen kommt es wieder ganz auf eure Ansprüche und euren Typ an. Manche tragen gern alles am Mann oder an der Frau und schwören auf möglichst viele und geräumige Taschen inklusive einer kleinen Geheimtasche am Hosenbein. Achtet bei allem Taschenwahn aber unbedingt darauf, dass diese voll beladen nicht einschränkend auf eure Bewegungsfreiheit wirken. Es passt auch etwas von dem ganzen Kram in euren Rucksack, ganz sicher!

Perfekter Sitz

Bei Wanderbekleidung ist es wichtig, dass ihr die Sachen wirklich vorher anprobiert. Gerade Wanderhosen sind an vielen Stellen verstärkt oder mit elastischen Einlagen versehen. Wenn diese nicht an den genau richtigen Stellen an eurem Körper sitzen, kann die Wandertour schnell unangenehm werden. Oft finden sich bei Discountern zum beispiel nur die Standardgrößen S, M, L und XL. Nicht einmal zwischen Wanderhosen für Damen und Herren wird unterschieden. Professionelle Outdoor-Ausstatter bieten neben Kurz- und Langgrößen, auch Überweiten. Es lohnt sich, etwas mehr für die neue Wanderhose auszugeben.

Das war unser kleiner Ausflug zu den Wanderhosen, einem weiteren wichtigen Bestandteil der Trekking-Ausrüstung. Wenn ihr noch Tipps für den richtigen Rucksack oder die neue Outdoorjacke sucht, seid ihr bei Buschkraft völlig richtig, denn auch die haben wir natürlich für euch schon fleißig gesammelt und aufgeschrieben. Schaut doch gern durch unseren Blog und lest ein bisschen. Wir recherchieren derweil gleich das nächste spannende Thema für euch. Vielleicht geht es ja demnächs um Wandersocken und die richtige Unterwäsche?

Wie finde ich die richtige Wanderhose?
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