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Jetzt geht sie wieder los – die Campingsaison! Egal, ob ihr euer Zelt auf dem Campingplatz aufschlagt oder auf eurer Outdoor-Tour ein schönes Fleckchen Erde sucht, um dort zu nächtigen, am besten schläft es sich im Trockenen. Doch oft wird das Campingzelt bei den Vorbereitungen auf eine Camping-Tour etwas stiefmütterlich behandelt. Es lohnt sich, neben Verpflegung, Bekleidung und Unterhaltung auch das Zelt in die Vorbereitungen mit einzubeziehen. Eventuell müsst ihr vor Beginn eures Campingurlaubes euer Zelt imprägnieren.  Denn schnell kann sich der Unterschlupf als undicht erweisen und hält Regen und Unwetter nicht stand. Wir erklären euch, wie ihr die Zeltimprägnierung selbst machen könnt.

Wann muss man sein Zelt imprägnieren?

Keine Imprägnierung hält ewig. Ein Campingzelt ist ständig Wettereinflüssen ausgesetzt, die mit der Zeit die Imprägnierung abtragen und es spröde machen.  Resultat ist nicht nur eine nasse Bude, sondern auch ein vollgesogenes schweres Zelt, welches am nächsten Tag bei einer Tour geschultert werden muss. Das ist im Übrigen auch der Hauptgrund fürs Imprägnieren von Zelten. Wenn ein Zelt undicht ist, liegt das oft an den Nähten oder der kaputten Beschichtung. Das Zelt zu imprägnieren bietet zusätzlichen Schutz, aber hält nicht alleine den Regen davon ab ins Innere einzudringen. Eine Imprägnierung macht es dem Regen aber wesentlich schwerer.  Deswegen solltet ihr vor einer Outdoor-Tour, dem Camping-Urlaub oder dem Festivalbesuch prüfen, ob euer Zelt wasserdicht und die Imprägnierung noch intakt ist.

Test Zelt dicht

Wann euer Zelt eine neue Imprägnierung braucht, könnt ihr recht einfach feststellen. Wenn ihr vor einer Tour euer Zelt zum Test aufbaut (das macht ihr doch hoffentlich), nehmt am besten einen Gartenschlauch zur Hand. Nun dreht ihr das Wasser auf und spritzt euer Zelt von oben bis unten ab. Perlt das Wasser gleichmäßig ab, ist eure Imprägnierung noch intakt. Bildet sich allerdings ein Wasserfilm, dann sollte ihr das Zelt imprägnieren.  Ihr könnt auch eine Gießkanne für den Test verwenden, wenn ihr keinen Gartenschlauch besitzen sollte.

Wie sollte man ein Zelt imprägnieren?

Das Allerwichtigste zuerst: Euer Zelt sollte aufgebaut und gereinigt sein und ihr solltet es auf Beschädigungen überprüft haben. Stellt ihr zum Beispiel beim Test auf Beschädigungen fest, dass ein Loch im Zelt ist oder die Nähte nicht dicht sind, dann solltet ihr euch erstmal diesen Problemen zuwenden. Ist hier alles in Ordnung, könnt ihr an die Imprägnierung gehen. Egal, auch welchem Material euer Campingzelt ist, der Vorgang der Imprägnierung ist immer gleich. Lediglich die Inhaltsstoffe der Mittel, die ihr dafür verwendet, hängen vom Stoff des Zeltes ab.  Ein Hinweis nur an dieser Stelle von uns. Achtet bei Baumwollzelten unbedingt auf ein Imprägniermittel auf Wasserbasis. Jedes andere zerstört die besondere Atmungsaktivität des Zeltes.

Es gibt im Prinzip zwei Varianten, um das Zelt zu imprägnieren: Flüssigimprägnierer oder Imprägnierspray.  Außerdem schwören manche noch auf Hausmittel, worauf wir auch kurz eingehen werden. Was ihr auf jeden Fall vermeiden solltet, ist eine Wash-In-Lösung, bei der euer Zelt in die Waschmaschine gesteckt werden soll.

Zelt imprägnieren mit Spray

Das bewährte Imprägnierspray eignet sich vor allem für kleinere Flächen und kann besonders für eine Nachimprägnierung empfohlen werden. Sprüht das Imprägniermittel  gleichmäßig auf euer sauberes Zelt. Achtet besonders auf die Bereiche, die stark dem Regen ausgesetzt sein werden. Imprägniert euer Zelt mit dem Spray unbedingt im Freien, die Dämpfe oder das Spray selbst dürfen auf gar keinen Fall eingeatmet werden. Danach lasst ihr euer Zelt mehrere Stunden trocknen. Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, dann wiederholt das ganze noch einmal.

Zelt imprägnieren mit Flüssigmitteln

Flüssigimprägnierer bestehen zumeist aus Wachs, Wasser und Paraffinen und sind für die großflächige Anwendung geeignet. Lest unbedingt die Anleitung, denn hier finden sich Hinweise zur richtigen Anwendung und vor allem das Mischungsverhältnis, mit dem die Flüssig-Imprägnierer verdünnt werden sollen und ob das Mittel auf dem feuchten oder trockenen Zelt angewendet werden muss. Tragt nun den Flüssigimprägnierer am besten mit einem Microfasertuch oder einem Schwamm gleichmäßig auf das Zelt auf. Die meisten flüssigen Imprägniermittel müssen nun eine Weile einwirken (Anleitung lesen!). Nachdem diese vorüber ist, wird überschüssiges Mittel entfernt. Das geht am besten mit einem weichen Tuch. Dadurch werden unschöne Flecken auf eurem Zelt verhindert. Wie lange das Zelt nun trocknen muss, ehe es wieder verpackt werden kann, findet ihr auch wieder nur auf der Herstellerangaben. Das ist von Mittel zu Mittel sehr unterschiedlich.

imprägniertes Zelt

Zelt imprägnieren mit Hausmitteln

Für viele Bereiche des täglichen Lebens gibt es einfache Hausmittel, die alternativ zu chemischen Produkten hergenommen werden können. Wenn ihr ein Zelt imprägnieren wollt, können wir hier aber lediglich ein Hausmittel empfehlen – die essigsaure Tonerde. Sie wird seit ewigen Zeiten von Fischern  verwendet, um ihre Segelplanen zu imprägnieren. Das alte Mittel der Seebären wirkt aber nur bei Baumwollstoffen oder Geweben mit sehr hohem Baumwollanteil. Außerdem muss der Zeltstoff eine ganze Weile in der Lösung getränkt werden. Ihr braucht also keinen Lappen, sondern eine kleine Wanne. Wen der Aufwand nicht abschreckt, der kann es gern einmal mit essigsaurer Tonerde versuchen.

Es gibt eigentlich keine weiteren Hausmittel, die wir euch fürs Zelt-Imprägnieren empfehlen können. Eine Methode, das Zelt mit weichem Wachs abzureiben, sieht unschön aus und wird auch sehr ungleichmäßig. Wenn nichts anderes zur Hand ist, kann man im Notfall, die Nähte versuchen, damit abzudichten. Lasst die Finger von Empfehlungen wie Schuhcreme oder Melkfett! Sie sind für Zelte aus modernen Materialien komplett ungeeignet.

Schwachstelle Nähte

All eure Bemühungen nützen nichts, wenn die Nähte eures Zeltes undicht sind. Hier helfen spezielle Nahtversiegler oder Nahtdichter.  Am besten arbeitet ihr mit flüssigem Nahtversiegler. Lasst die Nahtdichtbänder ruhig links liegen. Habt ihr den für euren Zeltstoff richtigen Flüssigversiegler gefunden, tragt ihn einfach mit einem feinen Pinsel auf die beschädigten Nähte auf.  Dabei ist es empfehlenswert, dass der flüssige Film etwas breiter ist als die Naht selbst. Jetzt müssen die Nähte nur noch trocknen und schon sollten sie wieder dicht sein.

Wenn ihr schon mit dem Imprägnierspray oder einem flüssigen Mittel zugange seid, empfehlen wir euch, auch noch andere Gegenstände eurer Ausrüstung mit einzubeziehen. Es ist von großem Vorteil, wenn auch eure Wetterjacke, der Rucksack und die Wanderschuhe wasserabweisend sind. Habt ihr euer Zelt und die weitere Camping-Ausrüstung wasserdicht gemacht, steht dem Vergnügen unter freiem Himmel nichts mehr im Wege! Es sei denn, ihr habt noch gar kein Zelt. Aber auch hierbei können wir euch bei der Entscheidung, welches Zelt ihr euch zulegen wollt, helfen.

Zelt imprägnieren – Aber richtig!
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